Johannisthal

An einem 1753 gegründetem Gut inmitten tiefer Wälder, im Bereich der heutigen Winckelmannstraße, siedelten sich in den folgenden Jahren Böhmen und Sachsen an.

 

„Johanis im Thal“ war erster Erbpächter des Kammerherrn war Johannes Wilhelm Werner

1747 noch sumpfig

1752 Vermessung. Bauern aus Britz, Buckow und Rudow protestieren. Friedrich der II möge die Kolonisten in wüsten Höfen in Mahlow und Marzahn ansiedeln, zunächst mit Erfolg

 

Die erste urkundliche Erwähnung Johannisthals war am 16.11.1753

 

(Bauordnung Preußens legte fest: arme Leute 3 Fenster, Mittelstand 5, 7 Fenster hatte ein Herrenhaus)

1885 Trinkwasserförderung

Bild folgt

 

Kurort „Bad Johannisthal“ 

 

Der Ort wurde Luftkurort mit einem Badehaus und einem Kurhaus auf dem heutigen Gelände der ev. Kirche am Sterndamm

Bellavista mit 16 Logierzimmern,

 kleine Quelle

Baderhaus mit 12 Zellen, 

Kiefernnadelbäder

um 1890 ca 8000 bis 9000 Badegäste, 

 

Später versiegte Quelle

Die industrielle Entwicklung, der Bau des Teltowkanals zwischen 1901 bis 1905 unter dem Bauherrn Landrat Stubenrauch, brachte Aufschwung für Johannisthal.

Das Rathaus Johannisthal wurde 1906 erbaut und beherbergte bis zur Wende die "Volkspolizei Inspektion Berlin-Treptow". 
Heute als Seniorenhaus und dort ist auch in den oberen Stockwerken das Heimatmuseum Treptow untergebracht.
In der damaligen dortigen VPI (Volkspolizei-Inspektion) gab es auch  Gewahrsamsräume und Arrestzellen gab, in denen verdächtige Straftäter, oftmals auch alkoholisierte Personen, für max. 24 Stunden untergebracht waren, dann in eine UHA (Untersuchungshaftanstalt) überführt werden mussten. 

Die Entstehung und die Geschichte des Rathauses, insbesondere in den Nachkriegsjahren und zur der DDR, ist sehr gut nachzulesen im Buch von Anne Rohr, Geschichts- und Politikwissenschaftlerin, "Die Geschichte des Rathauses Johannisthal", Stapp Verlag Berlin 2007 (ISBN 978 3 87776 453 4). 

Erhältlich auch im Museum. 

 

 

Die Alte Schule in der Winckelmannstraße wurde 1886 erbaut und bestand bis 1981.

 

Haus der jungen Pioniere war es ab 1981 mit einer Vielzahl von Angeboten und Mitarbeitern von Tanz über Modellbau bis hin zu.....

 

Heute ist dort ein Kinder- und Jugend-Kiezzentrum (JuJo), danach 

  • Angeblich soll diese Einrichtung im Zeitraum 1989 als geheimer Sammelpunkt für mögliche Masseninhaftierungen in der Planung gewesen sein.  Dieses wird jedoch bestritten.

  • Es gab Deckenlager mit Dienstanweisungen für Personal. 

Mehr hier über Isolierungslager

 

 

Größten Aufschwung nahm der Ort 1908. Riesige Flächen von dem prächtigen Wald mussten für den Bau des Flugplatzes weichen. Hier fanden die "Johannistaler Flugwochen" mit Tausenden von Gästen statt und die ersten Motorflüge auf deutschem Boden. 

 Am 26.09.1909 wurde der erste deutsche zivile Flugplatz in Berlin-Johannisthal eröffnet und ab dann begann die Entwicklung des Flugwesens.

In der Vorbereitung des l. Weltkrieges entstanden am Rande des Flugplatzes zahlreiche Rüstungsbetriebe.

m Jahre 1919 wurde die erste Fluglinie von Johannisthal nach Warnemünde und München eröffnet.

Mehr zum Flugplatz_Johannisthal und auch http://www.johflug.de/ 

 

 

 
  • Die erste deutsche weibl. Fliegerin war Amelie Beese aus Johannisthal, gelernte Bildhauerein, später hatte sie eine Flugschule in Johannisthal.

  • Sie baute und verkaufte auch Flugzeuge u.a. ein zerlegbares Flugzeug

 


Melli Beese wohnte Sterndamm 82

 

Als im Jahre 1920 Groß-Berlin mit 3,8 Millionen Menschen gebildet wurde, hatte Johannisthal bereits 5400 Einwohner, Rudow dagegen nur 1400. In kurzer Zeit verdreifachte sich die Einwohnerzahl Johannisthals während der zwanziger Jahre. Die während der Industrialisierung entstandenen Mietskasernen wurden abgelöst durch fortschrittliche Bauformen besonders nach den Plänen von Bruno Taut. 

Es entstanden Genossenschaftswohnungen und preiswerte Reihenhäuser, die Licht in die Wohnungen ließen. Beispiele hierfür sind die Hufeisensiedlung in Britz, der Akazienhof in Altglienicke oder auch etwas versteckt, die Siedlung hinter der Kiefholzstrasse Ecke Sterndamm.

Dennoch lebten viele Berliner in Baracken und Laubenkolonien, denn der Wohnungsbau konnte mit den steigenden Bevölkerungszahlen und den steigenden Bedürfnissen auch damals nicht mithalten.

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Derzeit wächst hier auf dem eh. Flughafen ein Landschaftspark heran mit Verbindung  zur Rudower Höhe.

Bereits jetzt findet hier eine Nutzung statt: